Mitreden!

Kompetent gegen Islamfeindlichkeit, Islamismus und dschihadistische Internetpropaganda

Alle Jugendlichen, Muslime wie Nichtmuslime, suchen nach Identität, Anerkennung und Zugehörigkeit. Ihre Lebenswirklichkeiten, Lebensstile und ihr Religionsverständnis lassen sich kaum auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Auch die meisten Muslime von ihnen orientieren sich an den Interessen und Vorlieben ihrer nichtmuslimischen Mitschüler – hinsichtlich Kleidung, Mediennutzung, Musik oder Sport.

Vielen von ihnen ist der Islam wichtig, anderen hingegen weniger, und viele sind eher weltlich als religiös eingestellt. Leider erleben viele muslimische junge Menschen in ihrem Alltag Diskriminierungen, Herabsetzungen, Beleidigungen und Ausgrenzungen und fühlen Chancenungleichheit.

Internet – Forum für Information, Meinungsaustausch und auch Propaganda

Das Internet bietet Raum für Mitsprache, Interessenvertretung, freie Meinungsäußerung und die Möglichkeit, sich über Themen des Alltags auszutauschen. In diesem Potenzial des Internets liegt zugleich eine Gefahr: Radikale Gruppierungen nutzen diese Kanäle ebenfalls. So geben deutschsprachige islamistische Initiativen und Organisationen vor, den einen „wahren Islam“ zu vertreten. Dies oft mit Erfolg, denn viele Jugendliche halten diese Angebote für seriöse Informationen über den Islam und „fallen“ auf die Ansprache von Islamisten und ihre vermeintlich klaren Antworten auf Konflikte und Herausforderungen „herein“. Mit ihrer freiheits- und demokratiefeindlichen Ideologie bestimmen Islamisten, insbesondere Salafisten, stark das öffentliche Bild vom Islam und können dazu beitragen, dass sich einzelne junge Muslime radikalisieren. Bei vielen jungen Muslims, die im Alltag offen oder unterschwellig Diskriminierung empfinden – dazu tragen oft auch die Medien bei -, wächst der Entschluss, sich für den wahren Islam und gegen den dekadenten und herablassenden „Westen“ zu engagieren. In den Islamisten- und Salafistengruppen finden sie das, was ihnen aus ihrer Sicht die westliche Gesellschaft vorenthält: Anerkennung, Respekt, Geborgenheit in der Gruppe, Zusammenhalt, Möglichkeiten für eine Teilhabe an gesellschaftlichen Entwicklungen, zu Gunsten des Islams.

Projekt “Mitreden” für junge Menschen

Diesen Tendenzen ist entschieden entgegenzutreten. Das Mittel hierzu: Aufklärung der jungen Menschen über die Ziele und Mittel der Extremisten. Es geht darum, Informationen zu vermitteln und den Jugendlichen zu ermöglichen, ihre eigene Meinung zur freiheitsfeindlichen islamistischen Propaganda im Internet zu bilden und Möglichkeiten des Engagements in der Gesellschaft aufzuzeigen.

mitreden

Medienpaket „Mitreden“ als Gegenpol zur Propaganda

Um dem entgegenzuwirken, hat das „Programm polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes“ (Sitz in Stuttgart) das Medienpaket „Mitreden“ mit dem Untertitel „Kompetent gegen Islamfeindlichkeit, Islamismus und dschihadistische Internetpropaganda“ entwickelt. Es enthält zwei Filme (je 20 Minuten Spieldauer), „Bonusmaterial“ mit Interviews mit den Personen aus den Filmen und ein Begleitheft. Das Material wird empfohlen für die Arbeit mit Jugendlichen ab 14 Jahren.

Die beiden Filme zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht den „erhobenen Zeigefinger“ präsentieren oder Lösungen vorgeben, sondern mit den Beiträgen die Jugendlichen für unterschiedliche Propagandamethoden sensibilisieren, Radikalisierungen vorbeugen und das Gefühl von Zugehörigkeit sowie die aktive Teilhabe an der Gesellschaft fördern wollen.

Projekttag zum “Mitreden”

Wir haben ein Konzept zum Thema “Mitreden - Kompetenz gegen Islamfeindlichkeit, Islamismus und dschihadistische Internetpropaganda” erarbeitet, das über das Filmbegleitheft deutlich hinausgeht und neben den Filmen Übungen, Experimente und Diskussionen einbezieht und so ein “rundes Paket” ergibt.

Das Programm ist auf einen Projekttag (6 Schulstunden) angelegt; da wir zu dem Bündel an Themen oft nur Impulse setzen können, bedarf es schulseits des Angebots an die Klassen, einzelne Inhalte bei Bedarf aufzugreifen und zu vertiefen.

Zielgruppe sind nicht nur muslimische Jugendliche, sondern alle in der Klasse. Auch die Nichtmuslime profitieren von den Informationen, Übungen, Experimenten und Diskussionen. Sie erfahren zum Einen wesentliche Inhalte des Korans und Elemente des Islams als “friedliche Religion”, zum Anderen können sie  die Ergebnisse auf andere extremistische Ideologien und Strömungen, z. B. Rechtsextremismus, übertragen. Umgekehrt erleben die muslimischen Jugendlichen, dass Nichtmuslime ähnliche Probleme erfahren - wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen.

Hinweis:
Bezüge zu diesem Thema finden Sie auch bei “Der Radikalisierung von jungen Menschen vorbeugen”
>>> “Radikalisierung...”

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